Recyclingaluminium in der Verpackung – sinnvoll, ehrlich, verantwortungsbewusst? - packaging journal

2023-03-16 17:29:40 By : Mr. Ken Xu

Bereits vor fünf Jahren war es das erklärte Ziel von Linhardt, Recyclingmaterial, sogenanntes PCR-Material, in den produzierten Kunststofftuben einzusetzen, was heute auch zu einem hohen Prozentanteil der Fall ist. Somit war es ein logischer Schritt, dass sich das Unternehmen vor zwei Jahren dazu entschlossen hat, diesen Weg auch bei Aluminiumtuben und -dosen zu gehen. Eine Bestandsaufnahme:

Die Linhardt Group, Hersteller von Tuben und Dosen aus Kunststoff und Aluminium, ist ein typisch mittelständisches Familienunternehmen. Nicht erst seit der „Fridays for Future“-Bewegung sieht man sich in der Verantwortung, was ein ganzheitliches, nachhaltiges Handeln betrifft und als innovativen Treiber in der Branche. Dies betrifft alle Prozesse in der Beschaffung, der Produktion, der Logistik und dem Vertrieb, aber vor allen Dingen auch auf Produktebene. Basis für die Neuentwicklungen sind als oberstes Ziel die Materialvermeidung, die Entwicklung mehrwegfähiger Verpackungen, die Umstellung der Produkte hin zu Monomaterialverpackungen und der Einsatz von Recyclingmaterial.

„Vor etwa drei Jahren standen wir vor der Frage, welches Recyclingmaterial können wir mit welchem Anteil bei unseren Aluminiumprodukten einsetzen“, hebt August Wanninger, Director Innovation & Product Development der Linhardt Group, hervor. Welche PCR-Materialien stehen eigentlich in ausreichender Menge zur Verfügung? Und nicht zuletzt: Welche Qualität ist für unseren Herstellprozess wirklich notwendig? „Letztendlich wollen wir mit unserer Produktentwicklung zu einer sinnvollen Kreislaufwirtschaft beitragen. Daher auch die provokante Frage, die wir uns selbst gestellt haben“, so Wanninger weiter: „Ist Recyclingaluminium in der Verpackung sinnvoll, ehrlich und verantwortungsbewusst?“

Es gibt eine ganze Reihe wichtiger Fakten, die für Aluminium als ein sehr hochwertiges und wertvolles Material stehen, und die das Unternehmen darin bestärkt haben, Aluminiumrecycling genauer zu untersuchen:

Ausgehend von der grundsätzlichen Herangehensweise stand bei Linhardt die Fragestellung im Fokus, ob ein „Verpackung-zu-Verpackung-Recycling“ sinnvoll, ehrlich und verantwortungsbewusst ist. Die folgenden Antworten wurden in einem intensiven Prozess erarbeitet.

Der Ansatz im Unternehmen war und ist, unbedingt offen und ehrlich mit dem Thema umzugehen und zu kommunizieren, um keinesfalls dem Vorwurf des Greenwashings ausgesetzt zu sein. Darum wurde die DIN zurate gezogen. Denn eine offizielle Norm sollte doch, was die Glaubwürdigkeit betrifft, über jeden Zweifel erhaben sein. In diesem Fall handelt es sich um die DIN EN ISO 14021:2016, die regelt, was als Post-Consumer Rezyklat (also PCR) gilt und was nicht. Aus der DIN geht eindeutig hervor, dass PCR-Aluminium durch das Recycling von demjenigen Material entsteht, das nach seinem Einsatz nicht länger für seinen ursprünglich vorgesehenen Zweck verwendet werden kann. Es ist also Recycling von „Abfall nach Gebrauch“ oder mit anderen Worten „End-of-life-Schrott“. Also explizit kein Produktionsabfall. Noch besser wäre es zu sagen: Material, das am Ende seines Lebensabschnitts ist, denn es steht ihm ja nach dem Recycling quasi die Reinkarnation in Form eines neuen Produkts bevor.

Dieser End-of-life-Schrott kann, so die DIN, aus privater, gewerblicher, industrieller oder institutioneller Nutzung stammen. Und hier war man an einem Punkt angekommen, bei dem es dann zum ersten Mal zu Diskussionen kam, die bis heute andauern. Im Markt werden z. B. Begriffe wie „real-PCR“ verwendet, da das Rezyklat aus Produkten gewonnen wird, die direkt bei einem Endverbraucher, also einer natürlichen Person, in Gebrauch waren und im Gelben Sack gelandet sind. Es stellt sich nun die Frage, ob es wirklich „reales“ und „unreales“ PCR gibt. Wichtig ist doch die Tatsache, dass Material im Kreislauf bleibt und nicht verloren geht. Egal, ob es vor dem Recycling von einer Person oder einer Firma verwendet wurde. Hier stellte sich den Verantwortlichen die Frage: Welches Aluminium-Rezyklat ist nun für Tuben und Dosen sinnvoller?

Geschlossene Kreisläufe sind ein wichtiger Baustein für eine zukunftsfähige Wirtschaft. Dies bedingt die Erhöhung der Recyclingraten und die Nutzung von Rezyklaten in neuen Produkten (siehe Grafik).

Für die Herstellung von Tuben und Dosen aus Aluminium im Fließpressverfahren werden technologische Mindestanforderungen an die Reinheit des Aluminiums gestellt. So arbeitet man heute z. B. bei der Tubenfertigung mit einem Aluminium-Reinheitsgrad von 99,7 Prozent. Die Mindestanforderung liegt bei etwa 99 Prozent, um das Material noch zu Tuben verpressen zu können, ohne dass es zu Riss- oder Lochbildung kommt.

Sollte also im Sinne eines geschlossenen Produktkreislaufs Tuben- und Dosenschrott aus dem Gelben Sack wiederaufbereitet werden, gäbe es das Problem, dass hier ohne zusätzliche Aufbereitung, z. B. im energieintensiven Pyrolyseverfahren, nicht der geforderte Reinheitsgrad erreicht werden kann. Nach dieser zumeist aufwendigen Aufbereitung und dem ersten Einschmelzen folgt beim Butzenhersteller ein weiteres Einschmelzen, um aus der flüssigen Schmelze dann ein Gießwalzband für die Butzenfertigung (Vormaterial für die Tubenfertigung) herstellen zu können.

“Wir hingegen haben uns für einen alternativen Weg entschieden und mit einem unserer Butzenhersteller eine Möglichkeit gefunden, in einem Doppelkammerofen Kabelschrotte und gebrauchte Lithoplatten direkt und ohne Umwege einzuschmelzen.“

Diese Ausgangsmaterialien wurden ausgewählt, weil sie von Haus aus einen Reinheitsgrad bei Aluminium von über 99 Prozent aufweisen und daher ohne besondere Vorbehandlung direkt eingeschmolzen und aus der flüssigen Schmelze sofort in ein Gießwalzband und zu Butzen umgearbeitet werden können. Somit erspart sich der Tubenhersteller den hohen Energieeinsatz und damit die CO2-Emission für die Vorbehandlung und den zweiten Schmelzvorgang.

Dies war für das Projekt bei Linhardt der Schlüssel für deren Ansatz, PCR-Material mit möglichst geringem CO2-Ausstoß zu verwenden. Außerdem müssten beim Produktkreislauf im ursprünglichen Sinne oft kleine Mengen von vielen dezentralen Stellen und mit aufwendiger Sortierung zu den speziellen Pyrolyseanlagen transportiert werden, wohingegen die Kabelschrotte und Lithografieplatten meist dort, wo sie anfallen, gesammelt und direkt oder über maximal einen Zwischenhändler zum Butzenhersteller geliefert werden.

Die Tuben- und Dosenschrotte mit ihrem niedrigeren Reinheitsgrad hingegen können für andere künftige Anwendungen im Maschinen-, Fahrzeug- oder Gebäudebau zum Einsatz kommen, wofür ihre Qualität ausreichend ist.

Die International Organisation of Aluminium Aerosol Container Manufacturers (AEROBAL) und die European Aluminium Slug Producers (ASP), die unter dem Dach des Aluminiumverbands Deutschland e. V. (AD) organisiert sind, hatten deshalb das renommierte Schweizer Forschungsinstitut Carbotech beauftragt, sich im Rahmen einer Studie eingehender mit diesem Thema zu beschäftigen. In dieser Studie wird bestätigt, dass Materialkreisläufe oftmals ökologische Vorteile gegenüber Produktkreisläufen haben.

“Die beste Strategie ist, sich auf hohe Sammel- und Sortierraten zu konzentrieren, um die Menge an Aluminium zu maximieren, die im Sinne eines geschlossenen Materialkreislaufs im Markt bleibt. Somit sollten die Recyclingergebnisse weiter verbessert werden, denn dadurch wird die Umweltbelastung nachhaltig verringert, egal, in welche Anwendung das rezyklierte Material fließt.“

„Letztendlich geht es bei all unseren Bemühungen, innovative und nachhaltige Produkte zu entwickeln, darum, die durch unsere Verpackungen entstehenden Umweltauswirkungen so gering wie möglich zu halten“, bringt es August Wanninger auf den Punkt.

Nachdem die Carbotech-Studie die Akteure bei Linhardt in ihrem Ansatz bestärkt hatte, war noch die dritte Frage nach der tatsächlich erreichbaren Differenz beim CO2-Ausstoß zu klären: Natürlich ist es marketingwirksam, einen möglichst hohen Prozentsatz der CO2-Einsparung ausloben zu können. Faktisch relevant ist aber nur der Vergleich, wie viel CO2 bei der Herstellung einer Tube aus virgin Aluminium freigesetzt wird und wie viel bei Verwendung eines hohen PCR-Aluminiumanteils. Die absolute Einsparung basierend auf dem bisherigen, tatsächlichen CO2-Ausstoß ist hier ausschlaggebend.

Nach wie vor werden oft Literaturwerte oder Industriedurchschnitte herangezogen, um einen möglichst hohen, theoretischen CO2-Ausstoß als Basis annehmen und damit eine hohe, prozentuale Einsparung angeben zu können. Es bedeutet für den CO2-Fußabdruck einen großen Unterschied, ob ich virgin Aluminium aus China, Indien oder Europa beziehe, da der CO2-Ausstoß beispielsweise bei der Aluminiumherstellung in China durchaus doppelt bis dreimal so hoch ausfallen kann wie in Europa.

„Das Linhardt-Benchmark ist eine maximal genutzte, aber auch ehrlich deklarierte CO2-Einsparung, beim Vergleich der bisher verwendeten virgin Butze, mit der neuen 100-Prozent-PCR-Butze des gleichen Lieferanten“, erläutert August Wanninger. Nur auf das Material bezogen, ergibt sich eine Einsparung von etwa 92 Prozent. Was aber viel wichtiger und aussagekräftiger ist, ist eine absolute Einsparung von zwölf Tonnen CO2e pro Tonne eingesetztem Aluminium. Ergänzend wurde das Life Cycle Assessment, aus dem diese Werte stammen, extern von dritter Seite geprüft. Auch kundenindividuell kann Tubenhersteller Linhardt mit einem eigenen LCA-Tool die Einsparpotenziale der Kundenverpackung ermitteln und so seinen Partnern eine konkrete Entscheidungshilfe an die Hand geben.

Zudem sind die Lieferketten aller Materialien nachvollziehbar und vollkommen transparent. Wichtiger noch, die PCR-Butzenlieferanten haben im Rahmen eines unabhängigen Audits die Bestätigung erhalten, dass die Beschaffungs- und Verarbeitungsprozesse der PCR-Butzen den Anforderungen der ISO 22095:2020 – Chain of Custody entsprechen. Somit ist also der Einkauf des Schrotts, der Lithoplatten und Kabeldrähte direkt von den vorherigen Eigentümern oder von Schrotthändlern im Umkreis von maximal 750 Kilometern der europäischen Butzenhersteller gewährleistet. Dies steht auch im Einklang mit der Verantwortung aus dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz.

“Heute können wir feststellen, dass die Verwendung von alternativen Rezyklatquellen zur größtmöglichen Einsparung an Tonnen CO2 bei transparenten und kurzen Lieferwegen führt. Wir haben dies letztendlich in die Tat umgesetzt und sind heute in der Lage, unseren Kunden Aluminiumtuben und -dosen aus 100 Prozent PCR-Aluminium und damit eine signifikante CO2-Einsparung anzubieten.“

Bereits vor fünf Jahren war es das Ziel von Linhardt, Recyclingmaterial, sogenanntes PCR-Material, in den Kunststofftuben einzusetzen.

Die finnische Verpackungsindustrie ist mit ihren überwiegend holzbasierten Lösungen seit Langem nachhaltig ausgerichtet. Die Regierungsorganisation Business Finland unterstützt die Unternehmen des Landes dabei, diese Produkte in andere Märkte zu exportieren.

PHI OIL beliefert Kunden mit Schmierölen und -fetten. Für eine hohe Produktqualität werden halbautomatische Abfüllanlagen von Fricke genutzt.

Zwei Studentinnen haben mit EggSteck eine Verpackungslösung aus Wellpappe für den Onlinehandel entwickelt, in der Eier bruchsicher auf den Weg geschickt werden können.

Orbis stellt Transportverpackungen aus Kunststoff für den Bereich Lebensmittel und Getränke her, die recycelbar und mehrwegfähig sind und eine Alternative zu Verpackungen aus Stahl, Holz oder Kartonage bieten.

Seit Januar 2023 gilt die Mehrwegpflicht in der Gastronomie. Circujar ging mit einem Mehrwegpfandsystem für Schraubgläser auf den Markt.

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